Server-side Tracking klingt nach dem nächsten Pflichtschritt. Für manche Websites ist es das, für viele nicht. Hier ein nüchterner Blick darauf, was es bringt, was es kostet und woran Sie erkennen, ob es sich für Sie lohnt.
Was sich ändert
Beim klassischen Tracking schickt der Browser jede Messung direkt an Matomo. Beim Server-side Tracking kommen Messungen von einem Server: aus Ihrem Backend, aus einer App oder aus einer serverseitigen Plattform wie dem serverseitigen Google Tag Manager oder JENTIS, die Daten annimmt, bearbeitet und weitergibt.
Wann es sich lohnt
- Ereignisse, die nur der Server kennt. Zahlungseingänge, Stornos, Vertragsabschlüsse oder der Wechsel von der Testphase zum bezahlten Paket. Der Browser erfährt davon oft nichts.
- Mehrere Empfänger. Sollen Matomo, Google Ads, Meta und LinkedIn dieselben Conversions bekommen, behält eine zentrale Stelle den Überblick, wer welche Daten erhält.
- Apps und eigene Anwendungen. Für Backends, Apps und eigene Software gibt es die Tracking API und SDKs von Matomo, etwa für PHP, Java, iOS und Android.
- Weniger Skripte im Browser. Jedes Werbe-Tag weniger auf der Website ist eine Fehlerquelle und ein Datenabfluss weniger.
- Daten aus anderen Quellen. Server-Logs, die Search Console oder eigene Systeme kommen über Importe und Pipelines nach Matomo.
Wann eher nicht
- Einfache Websites. Wer Seitenaufrufe und ein paar Ziele misst und keine Werbeplattformen beliefert, braucht kein Server-side Tracking. Der Tracking-Code von Matomo reicht.
- Als Weg um die Einwilligung herum. Server-side Tracking ändert nichts daran, ob eine Einwilligung nötig ist. Entscheidend ist, welche Daten verarbeitet werden und wohin sie gehen, nicht, wo der Code läuft.
- Ohne jemanden, der die Strecke betreut. Ein Server, der Daten annimmt, braucht Updates, Überwachung und jemanden, der merkt, wenn etwas ausfällt.
Drei Wege für Matomo
- Direkt über die Tracking API. Ihr Backend meldet Ereignisse an Matomo, etwa über den PHP-Tracker oder ein SDK. Das ist der schlankste Weg, wenn es nur um Matomo geht.
- Über eine serverseitige Plattform. Der serverseitige Google Tag Manager, selbst betrieben oder bei Stape, oder JENTIS nehmen Daten an und verteilen sie an Matomo und Werbeplattformen. Das lohnt sich bei mehreren Empfängern.
- Aus Matomo an Werbeplattformen. Ziele und Bestellungen, die Matomo ohnehin misst, gehen serverseitig an Google Ads, Meta oder LinkedIn, ohne Werbe-Tag auf der Website. Dafür gibt es das Plugin Conversions API von feinwerk.io.
Worauf es in der Praxis ankommt
- Den richtigen Besuch treffen. Damit ein Ereignis vom Server zum passenden Besuch gehört, gibt der Browser die Besucher-ID von Matomo mit, oder Sie nutzen eine eigene Benutzerkennung ohne Klarnamen.
- Nicht doppelt zählen. Misst der Browser eine Bestellung und der Server dieselbe, zählt sie doppelt. Eindeutige Bestellnummern und eine klare Regel, wer was misst, verhindern das.
- IP-Adresse und Gerät übernehmen. Ohne weitere Angaben sieht Matomo die IP-Adresse und den Browser des Servers, Herkunft und Gerät stimmen dann nicht. Die Tracking API kann beides vom Besuch übernehmen (Parameter
cipundua,cipnur mit Token). Die IP-Kürzung in Matomo greift danach wie gewohnt. - Abgleichen und überwachen. In den ersten Wochen laufen Browser- und Server-Messung parallel und werden verglichen. Danach meldet eine Überwachung, wenn Daten ausbleiben.
Fazit
Server-side Tracking lohnt sich, wenn wichtige Ereignisse nur der Server kennt oder mehrere Plattformen dieselben Daten brauchen. Für eine einfache Website ist es Aufwand ohne Gegenwert. Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt von Ihren Zielen und Systemen ab. Mehr dazu unter Server-side Tracking.
